Dezember 2021 – Energy Scouts der Budapester Wasserwerke nutzen Wasserspeicher als Batterie für Photovoltaikanlage

Die Budapester Wasserwerke (Budapesti Vízművek Zrt.) sind ein kommunales Unternehmen in Eigenverwaltung der ungarischen Hauptstadt und versorgen aktuell rund 2 Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser.

Die Energy Scouts Evelin Németh und István László überwachen als Ingenieure den operativen Betrieb und das komplexe Zusammenspiel der Pumpen, Wasserreservoirs und Abnehmer im ganzen Stadtgebiet. Das primäre Ziel der Wasserwerke ist es, den täglichen Bedarf an sauberem Trinkwasser zu 100% zu decken – bei möglichst geringen Energiekosten. Die Anforderungen an Grundversorger bezüglich Wasserqualität und Verlässlichkeit der Wasserlieferung, auch in klimatischen Ausnahmesituationen, sind sehr hoch. Regelmäßig wird das Unternehmen nach ISO-Standards (u.a. Umwelt- und Energie-Management) geprüft und zertifiziert. Gleichzeitig bemüht sich das Unternehmen, grundsätzlich den externen Energiebezug durch die Nutzung eigener erneuerbarer Energiequellen zu senken.

Stromverbrauch im Tagesverlauf durch Photovoltaik decken
Die gegenwärtige Praxis besteht darin, die Wasserreservoirs im Tagesverlauf so niedrig wie möglich zu halten und in Zeiten mit hohem Verbrauch mehr Wasser in das Verteilungsnetz zu pumpen. Dies führt zu einer ausgeglichenen Versorgungsrate und der Wasserstand in den Becken wird weitgehend durch den Verbrauch bestimmt. Im Praxisprojekt analysierten die Energy Scouts die Situation und schlugen in der Konsequenz die Nutzung von bereits vorhandenen, aber wenig genutzten Trinkwasserspeichern als Energiespeicher vor. Denn Wasserverbrauch bedeutet immer auch Energieverbrauch, da die Menge an Wasser „nachgepumpt“ werden muss.

Das Praxisprojekt beinhaltet die Installation einer Photovoltaikanlage, wobei die Speicherung der produzierten Energie nicht wie üblich eine wiederaufladbare Batterie übernimmt, sondern ein kaum genutztes Wasserreservoir. Der Plan war, den stündlichen Wasserbedarf energieseitig durch Photovoltaikanlagen zu decken. Kern des Projektes ist die Maximierung der Wasserversorgung während der sonnigen Stunden und die Reduzierung außerhalb dieses Zeitraums, sodass sich die gesamte tägliche Versorgung nicht ändert. Das Unternehmen verfügt über genügend große zusammenhängende Flächen für eine PV Anlage und ein eigenes 10-kV-Verbundnetz, in dem die erzeugte Energie ohne extra Kosten aufgenommen und zum Verbraucher, also den Pumpen, geleitet werden kann.

Dank des selbst produzierten Stroms reduziert sich der jährliche Stromverbrauch um 1.980 MWh bei einer Reduktion der CO2-Emissionen um 415,8 t CO2 pro Jahr. Die Amortisationszeit betrug bei der ersten Berechnung noch 5,4 Jahre, da die Strompreise aber zum Anfang 2022 stiegen, rentiert sich die Investition bereits nach 4,5 Jahren.

Die Energy Scouts Evelin Németh und István László gewannen den Wettbewerb um das beste Praxisprojekt und sind damit die ungarischen Energy Scouts des Jahres 2021.

Photovoltaik

Pumpen

Energiemanagement

  • Branche: Energie und Versorgung
  • Energiequelle: Elektrische Energie (Photovoltaik statt Netzstrom)
  • Einsparpotenzial Energie: 1.980 MWh pro Jahr
  • Einsparpotenzial CO2: 416 t pro Jahr
  • Amortisationszeit: 4,5 Jahre
Evelin Németh und István László bei der Betriebskontrolle im Maschinenhaus (©Fővárosi Vízművek Zrt.)
István László und Evelin Németh beim Prüfen der Daten am PLC-Screen im Maschinenhaus (©Fővárosi Vízművek Zrt.)
Dieser Trinkwasserspeicher im Gellert Berg dient zukünftig als Batterie (©Fővárosi Vízművek Zrt.)
Einer von vier Solarparks der Wasserwerke, die zukünftig erweitert werden. (©Fővárosi Vízművek Zrt.)
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