September 2020 – Preol erkundet Abwärmenutzungspotenzial in der Tschechischen Republik

PREOL, a.s. wurde 2003 gegründet und produziert mit derzeit rund 146 Beschäftigten vor allem Biobrennstoffe und Pflanzenöl. In dem Betrieb – gelegen in einem Industriechemiepark zwischen Prag und Dresden – werden jährlich 550.000 Tonnen Rapssamen zu Pflanzenöl für die Lebensmittelbranche, Rapsölmethylester (sog. Rapsdiesel), Glyzerin sowie Rapsschrot als Tierfutter verarbeitet.

Der Energy Scout und Diplom-Ingenieur Jan Bílek arbeitete in seinem Praxisprojekt an zwei Vorhaben. Das erste basiert auf der Nutzung der Abwärme des Kondensats aus einem Wärmetauscher. Er will den Dampfwärmetauscher gegen einen Plattenwärmetauscher austauschen, um die Abwärme des Kondensats mit einer neu konstruierten Kondensatleitung zu ermöglichen. So kann die thermische Energie des Kondensats in Zukunft für Raumheizung und Brauchwasser genutzt werden. Jährlich werden so 405 MWh Heizleistung aus Braunkohlestaub weniger benötigt und die Emissionen um rund 150 t CO2 gemindert. Auch finanziell profitiert Preol – jährliche Einsparungen in Höhe von 52.617€ gleichen die Anfangsinvestition schon nach 1,4 Jahren aus. Das Projekt soll 2021 umgesetzt werden.

Wie kann die Abwärme genutzt werden und CCS-Technologien am konkreten Beispiel angewandt werden?
Im zweiten Konzept untersuchte der Energy Scout die Potenziale der Abscheidung und Speicherung von CO2 aus Verbrennungsprodukten des unternehmenseigenen Blockheizkraftwerks. Damit zeigte er auf, wie sein Unternehmen die im europäischen Green Deal vorgesehene Klimaneutralität bis 2050 umsetzen könnte. Er analysierte drei Methoden für den Umgang mit dem abgeschiedenen CO2. Nach derzeitigem Stand scheint CCS (carbon capture and storage, also abscheiden und einlagern) am ehesten realistisch zu sein. Allerdings würde die Umsetzung zusätzliche Kosten von ca. 100€ pro Tonne CO2 verursachen und ist daher aus wirtschaftlichen Gründen unter den gegebenen Rahmenbedingungen für das Unternehmen nicht zu stemmen. „Diese Technologie hat künftig großes Potenzial für die ökologische Nutzung fossiler Brennstoffe. Aktuell ist sie jedoch zu kostspielig und energieintensiv“, so Energy Scout Jan Bílek.

Die Jury honorierte das visionäre Projekt mit dem 1. Platz im Wettbewerb der tschechischen Scouts 2020.

Abwärmenutzung

Prozessoptimierung

  • Branche: Chemische Industrie
  • Energiequelle: Braunkohle-Staub
  • Einsparpotential Energie: 405 MWh
  • Einsparpotenzial CO2: 147 t/a
  • Potenzielle Kostenreduktion: 52.617 €/a
  • Investitionskosten: 72.833 €
  • Amortisationszeit: 1,4 Jahre
  • Unternehmen:
    PREOL, a.s.
    Terezínská 1214
    410 02 Lovosice
    Tschechische Republik
    www.preol.cz/de/
Sieger Jan Bílek (M.) von Preol a.s. gemeinsam mit René Harun, AHK Tschechien und Janine Hansen, Young Energy Europe (© AHK Tschechien)
Jan Bílek präsentiert sein Projekt (© AHK Tschechien)
Viele Prozesse im Unternehmen erfordern Wärmetauscher wie diesen. (©Preol)
Über die Anzeigen lassen sich die Prozessparameter des Wärmetauschers ständig überprüfen. (©Preol)
Der Kondensatsammler außerhalb der Werkhalle. (©Preol)
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