Oktober 2020 – Aurubis bringt Fracht von der Straße auf die Schiene in Bulgarien

Aurubis Bulgaria AD, gegründet 1958, stellt Kupferkathoden her – das Basisprodukt der Kupfererzeugung und Ausgangsmaterial für die Weiterverarbeitung zu hochwertigen Kupferprodukten. Den Großteil seiner Produktion in Pirdop (Westbulgarien) liefert Aurubis in die Türkei.

Bis 2018 erfolgte der Transport in die Türkei mit bis zu 40 LKWs pro Woche. Anfang 2019 stieg Aurubis auf den intermodalen Transport um: Die Fracht wird im Werk auf elektrische Lokomotiven auf eigenen Bahngleisen geladen. Die Züge transportieren die Kathoden nach Cherkezkoy in der Türkei. Dort werden sie abgeladen, um die letzte Teilstrecke mit LKWs zurückzulegen. Zwei elektrische Lokomotiven pro Woche können die gleiche Menge Fracht transportieren wie 40 Diesel-LKWs. Damit stellt dieser einfache Wechsel eine innovative und energiesparende Umstellung dar.

Zwei Züge ersetzen 40 LKWs und sind preiswerter, sicherer und schneller
Aufgrund der Umstellung mussten die Expeditionsplanung sowie die Belade- und Entladeaktivitäten umstrukturiert werden. Doch die Vorteile überwiegen. Zum einen ist die erforderliche Zeit für den Transport deutlich gesunken. Statt 40 LKWs müssen nur noch zwei Züge beladen und kontrolliert werden. Zum anderen ist die Planungssicherheit gestiegen, da der Transport nicht mehr von der wechselnden Verkehrssituation auf Autobahnen abhängt. Weitere wirtschaftliche Vorteile tragen zusätzlich dazu bei, dass das Projekt die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens steigert: Niedrigere Transportkosten ohne zusätzliche Investition, sicherer Transport sowie niedrigere Verbrauchsmaterialien und Wartungskosten.

Elektrische Lokomotiven reduzieren Emissionen – weniger Lärm, Staub, NOx und CO2
Darüber hinaus leistet der neue intermodale Transport mit energieeffizienten Lokomotiven einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz: Die Staubemissionen sind um ca. 89,47% gesunken und die NOx-Emissionen um ca. 92,32%. Auf dem Betriebsgelände herrscht weniger Lärm und Grünflächen ersetzen jetzt die zuvor für LKWs benötigten Parkplätze. Zudem sind die Lokomotiven zu 98% recyclebar. Zu den weiteren Vorteilen zählen die Entlastung des Straßennetzes und die damit einhergehende Vermeidung von Verkehrsunfällen. Außerdem entfällt das Warten an der Grenze und die Kupferkathoden erreichen die Endkunden schneller.

Das Projekt der Energy Scouts von Aurubis Bulgaria AD zeigt, dass intermodaler Verkehr eine nachhaltige, praktische und effiziente Lösung ist. Das Team selbst bestand aus jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilungen Logistik, Personal, Forschung und Entwicklung, Wartung und Schwefelsäureproduktion.

Mobilität

  • Branche: Metallindustrie
  • Energiequelle: Diesel
  • Einsparpotenzial Rohstoff: 273.645 l/a Diesel
  • Einsparpotenzial CO2: 236,5 t/a
Das Team von Aurubis: (v.l.n.r.) Veselin Valkov, Irina Valtcheva, Georgi Minov, Yanka Zaharieva-Koleva, Radoslava Nikolova, Hristo Semerdjiev, Yanko Bonev (©Aurubis Bulgaria AD)
Präsentation des praktischen Projektes bei der Besten-Ehrung: Irina Valcheva, Yanka Zaharieva-Koleva (©AHK Bulgarien)
Auszeichnung bei der Besten-Ehrung: (v.l.n.r.) Aurubis-Team mit Carmen Struck von der AHK Bulgarien (©AHK Bulgarien)
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